Die fünf häufigsten Mythen zum Unterricht mit Moodle

Oktober 14, 2008

Tomaz Lasic hat aus der Erfahrung in der Lehrerfortbildung und Berichten von KollegInnen jene 5 Mythen (top 5 myths about teaching with moodle) zusammengestellt, die immer wieder als Argumente gegen den Einsatz von Moodle im Unterricht vorgebracht werden und auch mir nicht ganz unbekannt erscheinen.

1. You need to be an expert and tech savvy to use Moodle.
2. With moodle, you need to be on computers all the time.
3. Students will love moodle because it is online and in ‘their world’.
4. Moodle is just about fun and games, it is a time waster an does not encourage ‘real work’.
5. Moodle is just another thing we need to learn, deal with and worry about now. Admin will probably switch to something new in a year or two anyway; so why bother using in and learning about it now.

Neben den 5 Aussagen sind vor allem seine gut formulierten Antworten auf die Mythen lesenswert, in denen Lasic seine Vorstellung eines technologiegestützten Unterrichts durchscheinen lässt: die Pädagogik im Fokus, den Mehrwert des Moodleeinsatzes klar vor Augen, dennoch undogmatisch, entspannt, überzeugend.


WebConferencing oder E-Meeting?

Oktober 13, 2008

In der aktuellen Ergänzungslieferung des Handbuchs E-Learning (26. Erg.-Lfg. Oktober 2008) findet sich ein hilfreicher Beitrag von Daniel Stoller-Schai zur Marktübersicht von WebConferencing-Systemen. Hinsichtlich der Terminologie scheint sich nach Stoller-Schai für synchrone virtuelle Konferenzsysteme (inkl. Audio, Video, Whiteboardfunktionen, Application-Sharing etc.) der Begriff WebConferencing durchzusetzen (S. 3).

Ich persönlich habe in diesem Kontext häufig von Virtual Classroom Tools bzw. Virtual Classroom Meetings und Webinars gesprochen. Zwischen Tool und zugehöriger Veranstaltungsform scheint begrifflich auch ein Unterschied zu liegen. Stoller-Schai schlägt hier vor, den Vorgang selbst im Unterschied zum Tool als E-Meeting zu bezeichnen, das sich in unterschiedlichen didaktischen Formaten ausgestalten kann (vgl. S. 3).

Neben Ausführungen zu methodisch-didaktischen und technischen Aspekten von WebConferencing-Systemen vergleicht Stoller-Schai die Systeme der größten Hersteller anhand von 19 Eigenschaften, die „für den normalen und komfortablen Betrieb von E-Meetings genügen“ (S. 7). Interessant ist die Feststellung, dass sich die Systeme hinsichtlich des Vorhandenseins dieser Eigenschaften/Funktionen nur wenig voneinander unterscheiden, so dass sich die Entscheidung für oder gegen ein System stärker nach anderen Faktoren wie z.B. der Benutzerfreundlichkeit richten wird (vgl. S. 13). Das einzige Open-Source WebConferencing-System eines größeren Herstellers ist übrigens DimDim, das mir schon vor einiger Zeit von Dr. Martin van Kessel empfohlen wurde. Lesenswert sind auch die Trends und Entwicklungen, die von Stoller-Schai bzgl. der WebConferencing-Systeme aufgeführt werden (S. 14). Hilfreicher Überblick mit prägnanten Aussagen und Informationen.


Barcamps als Methode

Oktober 10, 2008

Mich faszinieren die Möglichkeiten des informellen Lernens und der aktiven TeilnehmerInnenpartizipation bei BarCamps. Leider hatte ich bisher noch nicht die Gelegenheit, selbst an einer solchen Veranstaltung teilzunehmen. Im Kern scheint es bei den BarCamps oder sog. UnKonferenzen (da keine Einladung, keine Teilnahmegebühr, kein exklusiver Kreis, keine hierarchische Organisation, kein vorab geplantes Vortragsprogramm) um ein Gegenveranstaltungsformat zu den großen Konferenzen (hohe Eintrittspreise, klassischen Vortragstracks etc.) mit dem Fokus einer möglichst aktiven Partizipation aller TeilnehmerInnen zu gehen. So sind prinzipiell alle TeilnehmerInnen eines BarCamps/einer Unkonferenz potentielle ReferentInnen wie auch Zuhörende. Mögliche Vortrags-/Workshopthemen werden von den Teilnehmenden zu Beginn des BarCamps kurz vorgestellt. Per Handzeichen melden sich die am Thema Interessierten. Schließlich werden jene Themen mit ausreichender TeilnehmerInnenzahl (wie viele sind hier ausreichend?) auf Kärtchen notiert und auf einer Übersichtstafel zu verschiedenen Vortrags-/Workshoptracks gruppiert. Vortragende scheinen ihre Themen zu selbst bestimmter Zeit anbieten bzw. entsprechend ablegen oder verschieben zu können. Steht das Programm, so beginnen die Vorträge in den zur Verfügung stehenden Räumen. Einen gelungenen Einblick in das Vorgehen bei BarCamps gibt das folgende Video,

oder auch der Beginn des folgenden Videos

Link: Web 2.0 - Der Film

Mich interessiert vor allem der methodische Ansatz, der sich m.E. auch im Rahmen der Lehrerfortbildung bei MultiplikatorInnen- bzw. ExpertInnenmeetings mit großem Gewinn nutzen ließe.

Interessant fand ich auch das Vorgehen eines Projektteams, von dem ich hörte, dass es sich während des einwöchigen Meetings zeitweise nach barcamp-rules organisert hatte. Ausgehend von den Erwartungen der TeilnehmerInnen wurden zunächst in Gruppen und anschließend im Plenum die Ziele des Meetings definiert. Weiter wurden Aktionen/Aktivitäten/Kleinprojekte vorgeschlagen, die zu den Zielen führen würden und in Gruppenarbeit vertieft, vorbereitet, geplant. Abschließend wurden nach Art der BarCamps unterschiedliche Beiträge der TeilnehmerInnen eingebracht (nur 1 Track) und den Aktionen/Aktivitäten/Kleinprojekten zugeordnet. Hierdurch veranlasst reformierten sich die Gruppen teilweise wieder und starteten im Nachgang des Treffens in die Umsetzung der geplanten Teilprojekte. Ein Ansatz, der nur ein Minimum an inhaltlicher Vorgabe/Planung erforderte und über das methodische Vorgehen möglicherweise ein Maximum an aktiver Partizipation der TeilnehmerInnen und an Ergebnissen ermöglichte. Vor allem mit ExpertInnengruppen sinnvoll. Genialer Ansatz!


Wikis zur kooperativen Teamarbeit

Oktober 9, 2008

Wir hatten es ja auch schon einmal versucht, doch dann stiegen wir rasch wieder auf die üblichen Textverarbeitungswerkzeuge mit all den bekannten Schwierigkeiten um (Versionierung, Datenabgleich, Verfügbarkeit etc.)

Via Tim Schlotfeld’s Blogeintrag zu einem Interview mit Don Tapscott hat mich der Gedanke wieder gepackt, dass wir dem Wiki in unserer Teamarbeit nochmals eine echte Chance geben sollten. Noch dazu, wenn sich – wie Don Tapscott im Interview sagte – hierdurch die E-Mail-Flut reduzieren und die Produktivität optimieren lässt.

Gesagt, getan. Diesmal waren wir konsequenter und ließen nicht gleich aus Bequemlichkeit von Wiki und Wikisyntax wieder ab. Ich kann nur sagen, dass – hoffe, wir werden so schnell nicht wieder rückfällig… – diese Arbeitsweise genial, effektiv und effizent ist und zudem einfach Spaß macht!


Lehrerzentrierter Unterricht

Oktober 3, 2008

Schönes Video, das als Bad-Practice/Poor-Practice Beispiel für lehrerzentrierten Unterricht stehen könnte.


Umzug

Oktober 3, 2008

Nachdem es bei meinem vorherigen Bloganbieter einige Probleme im technischen Bereich gab und zudem der Service nicht erreichbar war, entschloss ich mich mein Weblog auf wordpress.com zu übertragen. Denke, dass sich die größeren Freiheitsgrade nun auch in häufigeren Postings niederschlagen sollten…


Powerteaching

Juli 29, 2008

Heute bin ich auf eine Lehrstrategie gestoßen, die sich Powerteaching nennt und als ‘grass roots education reform movement’ durch den Philosophie-Professor Chris Biffle sowie die Primarstufenlehrer Jay Vanderfin und Chris Rekstad (alle aus Yucaipa/Kalifornien) 1999 begründet wurde.

„Power Teaching rests upon the principle that teachers at every level share the same difficulties: students lack discipline, background knowledge and fundamental problem solving skills. From kindergarten to college, teachers face students who have difficulty with reading and writing. (…) Our goal is to create peaceful classrooms full of orderly fun. (…) At the root of Power Teaching is a large amount of highly structured, educational tomfoolery. (…) Humor and games are used to increase the number of times students repeat core information and practice basic skills. Our classes are highly disciplined and tightly organized because students have more fun following our rules, than ignoring them.“ (http://homepage.mac.com/chrisbiffle/Personal17.html).

Zahlreiche Unterrichtsbeispiele wie dieses finden sich auf Youtube.
Entsprechende Reader zum Konzept und der Umsetzung des PowerTeaching finden sich hier.

Interessante Diskussionen und Erfahrungsberichte zum PowerTeaching finden sich im AtoZTeacherStuff-Forum und Teachersnet-Forum. In letzterem Thread geht es z.B. auch darum, ob die Methode als student-centred/schülerzentrierter Unterricht oder teacher-centred/lehrerzentrierter Unterricht betrachtet werden kann. Überzeugt hat mich das Argument, dass PowerTeaching eine schülerzentrierte Methode sei, nicht:

„(…) I read both your posts. I see what you are saying. The only thing that gives me pause is that you have misdiagnosed Power Teaching. It is a STUDENT CENTERED teaching approach, not teacher centered. The student do the vast majority of the actual teaching to one another, that is what makes it so effective. (…)“ (http://teachers.net/mentors/classroom_management/topic4345/7.14.08.16.01.19.html)

Hier liegt wohl auch ein unterschiedliches Verständnis vom Konzept des ’student centred teaching/learning’ vor.

Interessante Strategie zur Disziplinierung und Aktivierung von SchülerInnen. Dennoch ist mir die Methode – unabhängig ihrer in Frage stehenden Wirksamkeit – nicht gerade sympathisch…


Kartenmaterial unter CC-Lizenez (by-sa) verfügbar

Juli 3, 2008

Dank des Hinweises von Sebastian Weiß bin ich auf das Angebot von Openstreetmap gestoßen (http://openstreetmap.org). Hierbei handelt es sich um ein Kartenangebot vergleichbar mit Google Maps, das die von zahlreichen Usern mittels GPS-Geräten aufgezeichneten Daten zusammenstellt und diese unter der CC-Lizenz (by-sa: Namensnennung und Weitergabe und gleichen Bedingungen) zur Verfügung stellt. Somit können nun Anfahrtsskizzen, Kartenausschnitte etc. problemlos im Web veröffentlicht werden, sofern alle wichtigen Straßen und Wege des betreffenden Ausschnitts schon erfasst sind… Übrigens haben Sebastian Weiß und Adalbert Niedenzu mit ihrem Lernmodul ‘Geographische Informationssysteme’ bei der Digita-Preisverleihung 2008 den Intel(R) Förderpreis erhalten, womit gesagt werden soll, dass der Kurs wirklich sehenswert ist. Die Fülle von Inhalten zum Thema sind ansprechend und gut verständlich sowie in unterschiedlicher Codierung dargeboten (Fachtexte, Bilder, Grafiken, Videotutorials etc.). Das Lernmodul ist nach Registrierung auf der Fortbildungsplattform Intel(R) Lehren – Aufbaukurs Online unter Fortbildung > Grundlagen > Trainingsmodule > Geographische Informationssysteme zu finden.


ExpertInneninterviews über Skype und PowerGramo aufzeichnen

Juni 16, 2008

Heute habe ich ein ExpertInneninterview über Skype(TM) durchgeführt und mit dem Skype(TM)-Recorder PowerGramo (TM) aufgezeichnet. PowerGramo(TM) steht in unterschiedlichen Versionen (basic, standard, professional) mit steigendem Funktionsumfang zum Download bereit. Zum Probieren ist die Software kostenfrei nutzbar; gegen Registrierung und Bezahlung (professional = ca. 35 $) kann sie zeitlich und im Funktionsumfang uneingeschränkt verwendet werden. Die Software verlangt nach Installation und Start den Zugriff auf Skype, den es zu erlauben gilt. Schließlich findet sich im Skype-Menü der Eintrag ‘PowerGramo’ sowie bei den Anrufen- und Auflegen-Buttons rechts unten ein zusätzlicher Button zum Starten und Stoppen der Aufnahmen. Wie bei Audioschnittprogrammen gewohnt, lässt sich diese Funktion auch mit der Leertaste  bedienen. Die (natürlich mit dem Einverständnis der GesprächspartnerInnen) aufgezeichneten Gespräche lassen sich aus der PowerGramo-Anwendung heraus als *.ogg oder *.wav-Dateien exportieren. Sinnvolle Lösung mit einfacher Bedienung und guter Qualität.

Skype-Menü
powergramo_menu.jpg

Zusatzbutton
powergramo.jpg


Orientierung an BRT (Bloom’s Revised Taxonomy) bei der Aufgabenstellung

Juni 12, 2008

Die BRT (Bloom’s Revised Taxonomy) kann als Orientierung für die Formulierung guter Aufgabenstellungen dienen. Auch wenn sich folgende Planungshilfe noch auf die alte Bloomsche Taxonomie bezieht (= kognitive Prozessstufen sind mit Substantiven statt mit Verben beschrieben und die höchsten beiden kognitiven Prozessstufen sind gegenüber der überarbeiteten Taxonomie noch in alter Reihenfolge – Synthese/Beurteilung statt beurteilen/kreieren), so wird anhand der Beispielaufgaben der letzen Seite (Seite 3) deutlich, wie sich auf dieser Grundlage anregende Aufgabenstellungen verfassen lassen. Vor allem die Aufgaben korrespondierend mit den höheren kognitiven Prozessstufen (analysieren, beurteilen, kreieren) hören sich spannend an. Ein ähnliches Beispiel stellt innerhalb der Materialsammlung der Kurwongbah State School zur BRT das Dokument Investigate a Book the Blooming-Smarts Way dar (via Marc Jelitto http://marcjelitto.de/lernen/taxonomi.htm). Inspirierend!